Regen und Wasserschöpfen
Wenn es geregnet hat, muss man schöpfen, bei Dauerregen muss man auch im Regen schöpfen!
Die Regenmenge der letzten Tage ist online nachlesbar. Regenwasser, das oberhalb von Tübingen in den Neckar kommt, kann zu Hochwasser führen und bei Hochwasser will man einen möglichst gut angebundenen und gut schwimmenden geschöpften Stocherkahn haben. Die Gewässerverordnung gibt vor:
„Geflutete Stocherkähne – Wasserstand mehr als 15 cm – bzw. erheblich schadhafte Kähne oder ein gesunkenes Floß sind innerhalb von drei Tagen trocken zu legen oder vom Liegeplatz zu entfernen."
Ein nicht geschöpfter Kahn kann demnach sogar ein Bußgeld zur Folge haben!
Per Hand schöpfen
Per Hand zu schöpfen wird sich nie vermeiden lassen. Die Bauform des Kahns mit dem flachen Boden und die Blätter zwingen zur Nacharbeit, selbst wenn man eine Pumpe besitzt. Die von Verbindungen bevorzugten Bierkrüge sind wegen ihrer Rundungen und geringen Füllmenge nicht ideal für diesen Zweck. Eimer und Kübel eignen sich für große Mengen, erreichen aber nicht die kleinen Kammern neben dem Bodenbrett. Häufig im Einsatz sieht man aufgeschnittene Waschmittelflaschen, die aber mit ihren harten Kanten den Boden zerkratzen. Wer seinem Kahn und sich etwas gönnen will, erwirbt ein Ösfass aus weicherem Kunststoff. Es passt gut in die Ecken und Kanten des Kahns und schadet weder dem Holz noch dem Schutzanstrich. Ösfässer sind einfach online zu erwerben und kosten nicht viel. Wer Portogebühren sparen will, spricht sich mit anderen Kahnfahrern ab und bestellt gemeinsam.
Pumpen
Alle manuellen Bilgepumpen sind für Stocherkähne nicht wirklich brauchbar. Durch den flachen Boden ist ein Schöpfgefäß wesentlich effektiver und das Problem des Verstopfens wird komplett umgangen. Die Auswahl und Preisspanne für elektrische Lenzpumpen ist online groß. Eine große Schmutzwasserpumpe benötigt viel Strom und lässt sich oft nicht per Akku betreiben, aber eine Aquarienpumpe verstopft schnell und braucht Tage.
Modell "Student WHO und Hibuka" für unter 70€ (Kahn 103)
Die kleine Pumpe passt gut unter die Seitenleisten der meisten Kähne und hat für den Preis (ca. 15 €) einen sehr guten Durchsatz. Der leicht abzunehmende Schmutzfang verhindert das Verstopfen erstaunlich gut. Um das Wasser über die Bordwand zu bekommen, schließt man einen Ablaufschlauch von einer Waschmaschine an, man braucht also keine extra Verbindungsstücke. Ein 12V/18Ah Bleiakku (ca. 35 €) muss pro Saison zwei bis drei Mal geladen werden, je nach Regenmenge. Da an der Pumpe keine Klemmen sind, um die Kabel zu verbinden, muss man sich Krokodilklemmen kaufen oder im Keller finden (ca. 8-10 €).